Dieser Citroën ZX Rallye Raid ist das ultimative Wüstenbiest!

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Die für den 23. Oktober anberaumte Auktion 
„L' Aventure Peugeot Citroën DS“ von Aguttes ist vollgepackt mit außergewöhnlichen Lots aus Frankreich, darunter dieser ultracoole Citroën ZX Rally Raid EVO 5 von 1995. Wir haben ihn uns genauer angeschaut...

Wenn Sie ein paar Minuten Zeit haben, empfehlen wir Ihnen, sich einige der Lots anzusehen, die bei der kommenden Auktion „L’Aventure Peugeot Citroën DS von Aguttes am 23. Oktober versteigert werden. Da finden sich Designmodelle von Peugeot-Konzeptfahrzeugen aus den frühen Nullerjahren, ein Peugeot 806 Pro Car mit einer der auffälligsten Lackierungen, die wir je gesehen haben, und sogar ein McLaren Formel 1 von 1994 mit Peugeot-Motor. Natürlich mangelt es auch nicht an heißen französischen Hatchbacks, aber zwischen all den verlockenden 205 GTI und 106 Rallye lauert noch ein Monster. Das Auto, das Sie hier sehen, ist ein Citroën ZX Rallye Raid Evo 5 aus dem Jahr 1995, und er ist, einfach ausgedrückt, ein Biest.

Die Geschichte dieses machtvollen Dakar-Veteranen beginnt nicht in den Dünen von Senegal, wie man vielleicht vermuten könnte. Vielmehr müssen wir weiter zurückgehen, bis in die Saison 1986, als die Gruppe B aus den Fugen geriet. In der WRC konkurrierende Rallye-Boliden wie der Audi Quattro, der Renault 5 Turbo, der Lancia Delta Integrale S4, der Ford RS200, der Metro 6R4 und der Peugeot 205 T16 waren erdgebundene Raketen, die nach dem erzwungenen Ende der Gruppe B zum 1. Januar 1987 ohne Abschussrampe dastanden. Viele von ihnen fanden in der Rallycross-Europameisterschaft ein neues Betätigungsfeld, aber bei Peugeot Sport standen sie noch immer unter Strom und richteten ihr Augenmerk nun auf die zuletzt von Porsche mit dem 959 gewonnene Rallye Paris-Dakar.

Unter der Leitung von Jean Todt wurde der Peugeot 205 T16 so modifiziert, dass er den harten Bedingungen der afrikanischen Wüste gewachsen sein würde. Nun unter der Typenbezeichnung 205 T16 Grand Raid gewann er 1987 mit Ari Vatanen die Dakar und die Pharaonen-Rallye mit Leichtigkeit; und Vatanens finnischer Landsmann Juha Kankkunen wiederholte dieses Kunststück im Jahr darauf.

1989 änderte Peugeot seine Strategie, um die damals neue Limousine 405 zu bewerben, und brachte den 405 Turbo 16 Grand Raid heraus. Der neu entwickelte Rallye Raid-Wagen erwies sich als ebenso effektiv wie sein Vorgänger und bescherte Vatanen die Gesamtsiege der Ausgaben von 1989 und 1990. Nach vier Erfolgen infolge ließ es Peugeot dann genug sein und fokussierte sich stattdessen auf eine Teilnahme bei den 24 Stunden von Le Mans des Jahres 1991 mit dem Typ 905.

Bühne frei für Guy Frequelin, den erfahrenen Rallyefahrer, der 1988 noch selbst bei der Dakar auf einem Peugeot 205 T 16 Rally Raid angetreten war. Der Franzose sah als frisch ernannter Chef von Citroën Sport im stillgelegten Projekt 405 Turbo 16 Grand Raid eine einmalige Plattform für die zweite Marke im PSA-Konzern und konnte auch Ari Vatanen zur Rückkehr bewegen. Dazu wurde dem 405 Turbo 16 einfach die Hülle des im März 1991 neu eingeführten Citroën ZX übergestülpt – fertig war der ZX Rallye Raid. Der Plan von Frequelin ging voll auf: Citroën setzte die Siegesserie seiner Schwestermarke fort und Vatanen landete mit Beifahrer Bruno Berglund mit dem Sieg bei der Dakar von 1991 einen lupenreinen Hattrick.

Nach zwei Mitsubishi-Siegen in 1992 und 1993 übernahm Citroën zwischen 1994 und 1996 erneut das Zepter bei der Wüsten-Rallye. Diesmal waren es die Franzosen Pierre Lartigue und Michel Périn, die mit dem mächtigen ZX Rallye Raid einen Hattrick schafften. Das rote Wüstenschiff war die ultimative Evolution dessen, was einmal als 205 T 16 in Gruppe B begonnen hatte. Der ZX Rallye Raid verband großzügige Bodenfreiheit, extrem lange Federwege, Allradantrieb und einen aufgeladenen 2,5-Liter-Vierzylinder mit 330 PS zu einer bei Rallye Raids nahezu unbezwingbaren Waffe.

Das Auto, das Sie hier sehen, ein ZX Rallye Raid Evo 5 von 1995, markiert die Spitze der Entwicklung und ist eines von nur 29 über das gesamte Dakar-Engagement von Citroën aufgebaute Exemplar. Es begann sein Autoleben 1993 als #C21, ein Evo 2-Modell mit breiteren Radständen, das mit Lartigue/Perrin erstmals bei der Atlas Rallye von 1993 antrat und dort auf Platz vier landete. Beim nächsten Einsatz, der Baja Portugal von 1993, reichte es für die gleiche Fahrerpaarung dann schon zum Sieg. Noch im gleichen Jahr folgte ein weiterer Triumph bei der Pharaonen-Rallye, nur noch gefolgt von einem zweiten Platz bei der Paris-Dakar von 1994 mit Didier Auriol am Volant.

Für die weitere Saison 1994 erfuhr #C21 ein Upgrade auf Evo 3-Niveau. Nun als #C321 kam er jedoch nur einmal zum Einsatz: bei der Atlas Rallye von 1994, die er selbstverständlich als Sieger beendete. Für 1995 rüstete Citroën den Wagen dann zum guten Schluss noch zum #C521 auf – die volle und fette Evo-5-Spezifikation.

Nur fünf ZX Rallye Raids wurden in der Spezifikation Evo 5 gebaut, was sie zu einer extrem seltenen und zugleich äußerst dominanten Spezies adelt. Die vier Evo 5, die auf den #C521 folgten, gewannen jedes Event, an dem sie teilnahmen. Am Ende waren die Motorsportbehörden und Veranstalter von der alles niederwalzenden Dominanz des ZX Rallye Raid so erschöpft, dass sie diese Biester mit Gruppe-B-Genen schließlich von allen weiteren Teilnahmen ausschlossen.

Das Auktionshaus Aguttes bietet nun die fast unglaubliche Gelegenheit, einen echten Werkswagen zu erwerben, der seit seiner Ausmusterung bei Citroën gewartet wurde. Wir wissen nicht, wie es Ihnen geht, aber wir sind absolut verzaubert von diesem ungezügelten Stück Technik. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, an der nächsten Dakar Classic teilzunehmen, dann können Sie sich kaum einen legendäreren Wagen als diesen ZX Rallye Raid wünschen.

 

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